Währing Storys

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Tempolimit und Bodenschwellen retten in Währing Leben

Seit fünf Jahren wurden im Bezirk keine Verkehrstoten verzeichnet

Währing gehört neben Wieden und Neubau zu den nur drei Bezirken, die in den vergangenen fünf Jahren keine Todesopfer im Straßenverkehr zu beklagen hatten. Dies belegen kürzlich vom VCÖ veröffentlichte Zahlen.

Ältere Daten zeigen, dass das nicht immer so war: Von 2006 bis 2009 starb jedes Jahr ein Mensch auf Währings Straßen. Zwischen 2010 und 2020 verbesserte sich die Bilanz, obwohl 2014 gleich drei, 2020 ein Opfer gezählt wurde – seitdem aber keine mehr.

Zone 30: Weniger und weniger schwere Unfälle

Nur 21 Prozent aller Verkehrsunfälle in Wien mit Fußgänger*innenbeteiligung der Jahre 2012 bis 2015 ereigneten sich in Tempo-30-Zonen. Die große Mehrheit der Unfälle – 76 Prozent – passierte in Temp-50-Zonen, so die TU Wien. Und diese Unfälle sind deutlich schwerer: Denn bei Tempo 50 ist das Risiko für Fußgänger*innen, bei der Kollision mit einem Pkw getötet zu werden, laut VCÖ bis zu fünfmal höher als bei Tempo 30. Indem der Bezirk sich 2018 für beinah flächendeckendes Tempo 30 entschieden hat – Ausnahmen sind nur noch Schienenstraßen und einzelne Abschnitte mit Busverkehr – hat er die Straßen also deutlich sicherer gemacht.

Auch Politik entscheidet über Risiko

„Wie sicher oder gefährlich die Straßen sind, ist auch eine politische Entscheidung“, sagt Bezirksvorsteherin Silvia Nossek: „Wir haben deshalb Tempo 30 ausgeweitet, wir setzen Bodenschwellen und Gehsteigvorziehungen ein und wir bauen immer mehr sichere Schulvorplätze – um Währings Straßen auch für die Verletzlichsten im Verkehr sicher zu machen. Und so zu ermöglichen, dass Kinder und Senior*innen selbständig unterwegs sein können.“

ÖAMTC: Schuld ist meist Autolenker*in

Die Bezirksvorsteherin sieht Währing aber noch nicht am Ziel: „Es ist gut, dass wir jetzt schon länger keine Unfalltoten zu beklagen haben. Doch auch jeder Unfall mit Verletzten ist einer zu viel“, so Nossek weiter. „Gefragt ist da nicht nur die Politik, sondern sind letztlich wir alle. Vor allem, wer mit dem Auto unterwegs sind, muss sich bewusst sein, wie gefährlich das eigene Fahrzeug für andere ist.“

Denn verantwortlich für einen Unfall war 2025 laut ÖAMTC meist eine Person, die ein Auto lenkt – in 76 Prozent der Unfälle mit Fußgänger*innen und in 72 Prozent der Unfälle mit Radfahrer*innen. Und es waren vor allem zwei Verhaltensweisen der Autolenker*innen, die über die Hälfte der tödlichen Unfälle verursachten: Unachtsamkeit (Handy!) und nicht angepasste Geschwindigkeit.

Es braucht eine neue Kultur beim Autofahren, die diese Verhaltensweisen nicht mehr als Kavaliersdelikte abtut, sondern als das benennt, was sie sind: Gesetzesübertretungen, die Menschenleben gefährden. Hier ist auch die Polizei gefragt, diese Vergehen strenger zu ahnden.

Gemeinsam, mit rücksichtsvollem Fahrverhalten, mit strengen Kontrollen und mit sicherer Infrastruktur, können wir dazu beitragen, mehr Sicherheit für alle zu schaffen, die zu Fuß, mit Roller oder Rad, mit Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind.

Bild (c) BV18