Währing Storys

Gute Nachrichten & Geschichten aus dem grünen Währing

Vierzehn Frauen und der Nationalsozialismus | Marietta Ranzmayer

Der Internationale Frauentag war auch heuer wieder Anlass für eine Ausstellung über Frauen in Währing. Vierzehn Frauen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden, stellt die bis Ende September 2026 laufende Ausstellung im Amtshaus Währing vor.

Neben Frauen, deren Lebensgeschichte gut dokumentiert ist, sind es Frauen, deren Spuren kaum mehr zu finden sind. Ihnen allen gemeinsam ist, dass Währing für kürzere oder längere Zeit Ihr Zuhause war. Und ihr Mut, sich nicht den Umständen zu beugen, sondern jede auf ihre Art zu kämpfen und den eigenen Vorstellungen treu zu bleiben.

Als eine der drei Kurator*innen habe ich mich mit dem Leben von vier ganz unterschiedlichen Frauen auseinandergesetzt: Berta Lauscher arbeitete als Postangestellte und Cäcilie Lueger als Dienstbotin, beide haben das KZ überlebt. Eva Korcak arbeitete als Krankenpflegerin und hat in Spanien gekämpft und Wanda Lanzer hat die Abendmatura erfunden. Bis auf Eva Korcak, deren Lebensweg nicht bis zum Ende nachvollziehbar ist, haben sie die Zeit des Nationalsozialismus überlebt.

Die Recherche der Lebensdaten begann mit der Suche nach einem Foto. Ich war froh, dass ich mir von allen vier Frauen, deren Geschichte ich vorstellen wollte, ein Bild machen konnte. Und hatte nicht erwartet, wie nahe sie mir kommen werden, wenn ich vor Ihrem Wohnort stehe und mir vorstelle, dass sie dort ein und aus gegangen sind. Wie bewegend das Auffinden von Meldezetteln sein kann – amtliche Feststellungen und Anmerkungen, die auf diesen alten Meldezettel ein Leben nach Wohnorten nachzeichnen und wo Lücken oft den Aufenthalt in einem Konzentrationslager bedeuten. Wie spannend die Lebensgeschichten und ihre Leistungen sind, die teilweise bis in die heutige Zeit wirken.

Diese Frauen sichtbar zu machen ist das Ziel der Ausstellung. Sie ist im Amts­haus Währing bis 30. September zu sehen, Mo-Fr 7:30-15:30 Uhr und Do 7:30-17:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Es gibt auch zwei Veranstaltungen zur Ausstellung:

Am Sonntag, den 31.Mai laden wir als Kurator*innen zu einem Spaziergang zu einigen Wohnorten der Frauen ein und informieren über ihr Leben. Treffpunkt ist um 10 Uhr beim Amtshaus, Martinstraße 100, Dauer ca. 2 Stunden.

Und am Dienstag, den 23. Juni spricht um 18 Uhr im Foyer des Amtshauses der Verleger Jorghi Poll über die Journalistin und Schriftstellerin Else Feldmann, deren Erzählungen und Sozialreportagen in der Edition Atelier (wieder-)aufgelegt wurden.